Frühjahr 2026
Erst furios, dann der freie Sturzflug – Vom B-Liga-Meister zum Sorgenkind der Liga
Nach den intensiven Meisterfeierlichkeiten im Sommer blieb kaum Zeit zum Durchatmen. Bereits Ende Juli starteten wir ohne personelle Neuzugänge beim Heidepokal in Botenheim. Unsere Leistung dort war zwar durchwachsen, doch es gab ein emotionales Highlight. In der Nachspielzeit des letzten Spiels stürzten wir den TSV Cleebronn noch vom Thron. Auch im Zabergäupokal verkauften wir uns teuer und erreichten das Halbfinale. Der erste richtige Dämpfer folgte jedoch prompt, da wir das Spiel um Platz drei aufgrund von Personalmangel absagen mussten.
Die Urlaubszeit im August drückte massiv auf die Trainingsmoral. Die Quittung dafür erhielten wir in der ersten Runde des Bezirkspokals, als wir gegen den B-Ligisten Auenstein sang- und klanglos ausschieden. Mit gedrückter Stimmung ging es zum Rundenauftakt ausgerechnet gegen den Bezirksliga-Absteiger SV Leingarten. Doch Fußball ist unberechenbar: Wir erwischten Leingarten eiskalt und siegten völlig überraschend, aber hochverdient mit 3:0.
Dieser Sieg war der Dosenöffner für einen furiosen Lauf. 16 Punkte aus sieben Spielen ließen den einen oder anderen über einen Durchmarsch philosophieren. Diese Phase wurde jedoch vom Spiel gegen Massenbachhausen überschattet, das nach rassistischen Vorfällen gegen uns abgebrochen wurde. Beide Teams erhielten eine Wertung als verloren, der SVM zudem eine hohe Geldstrafe. Unter dem Motto „Zusammen stark” distanzierte sich die Mannschaft in der Folgezeit klar von diesen Vorfällen.
Ausgerechnet im Derby gegen die SGM Nordheim/Nordhausen kam der Bruch. Was folgte, war ein sportlicher Freifall. Zehn Spiele ohne Sieg und lediglich zwei mickrige Punkte mehr auf dem Konto. Das Hauptproblem war hausgemacht. Mangelnde Trainingsmoral und die fehlende Bereitschaft, sich Woche für Woche sonntags in den Dienst der Mannschaft zu stellen, rissen eine Lücke in das Leistungsgefüge und die Stimmung. Versöhnlich stimmten zum Jahresabschluss lediglich die Teamevents im Sindelfinger Glaspalast sowie die gemeinsame Bewirtung des TGV-Glühweinfestes mit den TGV-Frauen.
Reserve: Gemeinschaft schlägt Trainingsmangel
Nach einer wechselhaften Vorrunde belegt unsere Reserve einen soliden vierten Platz. Ein riesiges Dankeschön geht an den Verantwortlichen der Reserve, Marcel, der Woche für Woche am Telefon rotieren muss, um überhaupt elf Spieler auf den Platz zu bringen. Die Jungs haben das unter diesen Umständen hervorragend gemacht. Auch wenn der Spaß im Vordergrund steht, bleibt festzuhalten: Ohne regelmäßiges Training wird es jedoch schwer, die Reserve weiterhin als Sprungbrett für die erste Mannschaft zu nutzen.
Personelles & Ausblick: Frisches Blut für die Mission Klassenerhalt
Zur Rückrunde gibt es positive Nachrichten von der Personalfront. Mit Luis Keller
(TG Böckingen), Samuel Bleicher (FV Kirchheim), Tim Schmoll (SGM Nordhausen) und Raphael Wein (TSV Meimsheim) verstärken uns vier externe Spieler. Zudem hoffen wir auf Einsätze von Ben Zetzsche (Union Heilbronn), sofern seine Verpflichtungen bei der FC-Bayern-U19 es zulassen. Schmerzlich vermissen werden wir Lukas Geigle, der pausiert, sowie unsere U19-Talente Laurenz und David, die ab März ins Ausland gehen. Trainer-Update: Da unser Headcoach Alex nach seinem Kreuzbandriss erneut operiert werden muss und länger ausfällt, ist uns ein italienischer Coup gelungen: „Hügi” konnte Pasquale Romano als Unterstützung für das Trainerteam gewinnen.
Er wird in dieser Zeit die Erste Mannschaft führen.
Die Vorbereitung ist aktuell ein Kampf gegen die Elemente. Gesperrte Rasenplätze und Dauerregen zwangen uns oft auf die Straße – sehr zur Unzufriedenheit der Spieler. Dank der Kooperation mit anderen Stadtvereinen konnten wir vereinzelt zusätzliche Zeiten auf Kunstrasen nutzen. Diese Situation zeigt einmal mehr, wie dringend ein zweiter Kunstrasenplatz für die Vereine der Stadt wäre. Die Testspiele gegen Enzweihingen (2:1) und den Bezirksligisten Stetten/Kleingartach (5:2) wurden gewonnen. Beim Stadtpokal fehlte uns im Finale gegen den VfL Brackenheim (2:3) nach einem harten Trainingswochenende die letzte Kraft.
Dennoch blicken wir optimistisch nach vorne: Mit neuem Personal und frischem Wind im Trainerteam wollen wir die Tugenden der Meistersaison wiederbeleben und die Liga halten. Sind wir Woche für Woche komplett, werden wir unser Ziel erreichen.
Alexander Weiland
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